Review Soviet Heavy Tank SMK Takom 2112

Modellbausatz Review soviet heavy tank SMK Takom 2112 in Maßstab 1/35.

Im April 1938 wurde der Auftrag für die Entwicklung eines Durchbruchpanzers an Kirow-Werk aus Leningrad erteilt. Als Vorbild sollte der  schwerer Panzer T-35 dienen. Aber die Konstruktionsbüro unter Führung von Kotin hat einen komplett anderen Entwurf vorgelegt der unter Bezeichnung SMK (Sergej Mironowitsch Kirow) genehmigt wurde. Und so wurde am 20.09.1939 der fertiggebauter Panzer, nach erfolgreichen Tests, dem Regierungskomitee vorgeführt. Der Panzer SMK wurde anschließend für die Serienfertigung empfohlen. Kurz danach brach der Winterkrieg aus und es wurde kurzerhand beschlossen der SMK unter Kampfbedingungen zu testen. Sein erster Kampfeinsatz erlebte der SMK am 17.12.1939 und schon bei dem drittem Einsatz wurde sein Fahrwerk durch eine Explosion beschädigt. Alle Bergungsversuche blieben erfolglos weil der SMK mit seinen 55 Tonnen einfach zu schwer war. Und so blieb der einziger gebauter Panzer auf dem Niemandsland bis ende Februar 1940. Nach dem der SMK mit Hilfe von fünf T-28 geborgen werden könnte wurde der, in einem zerlegtem Zustand, zurück nach Kirow-Werk verfrachtet. Da sollte der wieder zusammen gebaut und nach Kubinka in Lager gebracht werden. Der Entschluss SMK in Serie zu bauen wurde zu Gunsten seinen näheren Verwandten Panzer KV-1 gestrichen. Und somit endete in der Sowjetunion die Ära von schweren mehrtürmigen Panzern. Der zerlegte SMK blieb bis in die 1950-er Jahre auf dem Werksgelände liegen und wurde anschließend verschrottet. Damit war der einziger gebauter Exemplar von SMK für immer weg.

Meine Freude über den angekündigten SMK Modell von Takom war groß. Dieses Modell wollte ich schon seit langem in meine Sammlung haben. Die einzige Alternative war ein Resin-Bausatz von Atelier Infinite aber der stolze preis von 19o Euro hielt mich davon ab. Nun ist der SMK Bausatz von Takom für rund 40 Euro im Handel. Hat sich das lange warten gelohnt? Ist der Bausatz wirklich gut oder ist das nur ein Modell das sich auf den Daten aus dem World Of Tanks basiert?

In einem für Takom gewöhnlich großem Stülp-Karton fand ich neun graue und einen transparenten Spritzling, die Wanne, Ätzteile, Abschleppseil aus Kupfer, einen kleinen Decal-Bogen und die Bauanleitung. Alles ordentlich und sicher in Tüten verpackt. Die Teile sind sauber gegossen. Die ganz kleine Teile haben etwas Grat der aber nicht weiter erwähnenswert ist. Auswerfer wurden auf später unsichtbaren stellen positioniert. Die Turmluken sind separat ausgeführt obwohl das Modell überhaupt kein Interior aufweißt. Die Möglichkeit offene Luken mit Figuren zu besetzen hat uns der Hersteller eingeräumt was ich als gut empfinde. Die Gleiskette besteht aus einzelnen filigran gegossenen Glieder. 

 

Die Bauanleitung ist gut strukturiert und zeigt uns deutlich die Positionen von anzuklebenden Teilen. Ich würde aber raten die Baustufen genau zu studieren um eventuell die Reinfolge zu ändern. Zum Beispiel bei dem großem Turm empfiehlt uns der Hersteller erst Flugabwehr MG auf dem Dach anzubringen und erst dann die untere Teile von Turm zu montieren. Wer diese Reihenfolge befolgt wird garantiert den FLA-MG abbrechen.

 

Die vier Markierungsvarianten wurden bei AMMO of MIG ausgearbeitet. Nur eine Variante, mit Winter Camouflage, entspricht der wahrheit. Die drei anderen gehören in die Kategorie „What If“. Alle Farbangaben basieren sich logischerweise auf AMMO of MIG Farbpalette. Ein interessantes Detail fand ich in dem Bemalungsplan noch. Bei jede Variante, unten, steht welche Weathering Produkte von AMMO in welche Reihenfolge anzuwenden sind.

 

Die Abziehbilder haben zwei rote Sterne, zwei Nummer und zwei Losungen die übersetzt auf deutsch heißen „Unsere Kräfte sind unzählbar“. Da der Original SMK im Winterkrieg keine Abzeichen trug sind die Abziehbilder nur für „what if“ Versionen verwendbar.

 

Auf dem drei mal vorhandenem Spritzling A finden wir komplettes Laufwerk von SMK, Ersatzkettenglieder und weitere Kleinteile. Ab diesem Moment kamen bei mir die noch existierende Original Fotos, die in Kubinka und in Finnland aufgenommen wurden, zum Einsatz. Und siehe da die Laufrollen benötigen eine Korrektur. Der SMK hatte drei unterschiedliche Varianten von Laufrollen: ohne Löcher, kleine Löcher und große Löcher. Die auch noch absolut willkürlich montiert waren. Nur die Laufrollen ohne Löcher waren ganz vorne angebracht. Der Takom bietet uns nur eine Ausführung mit kleinen Löcher. HIER können Sie das ganz gut sehen. Da bleibt nichts anderes übrig als die kleine Löcher aufzubohren und bei zwei paar vorderen Laufrollen die Löcher zu verkleben. Die Gummiummantelte Stützrollen, Antriebs- und Leitrad dagegen sind sehr gut getroffen worden.

 

Spritzgussrahmen B in dreifache Ausfertigung mit Kettenglieder die sehr filigran dargestellt sind. Allerdings hat jedes Glied die Auswerferspuren auf der Lauffläche. „Das Glück im Unglück“ – die Auswerfer lassen sich leicht beseitigen. Etwas schwerwiegender sind die Sinkstellen auf den Führungszähnen von Kettenglieder. Betroffen sind nach meine Abschätzung ca. 10 Prozent. Und da kommt wieder der Zufall uns (oder dem Hersteller?) zu Hilfe. Im Bausatz sind 240 Glieder enthalten, im Original braucht der SMK nur 226 Glieder. Somit sind die 10 Prozent fast drin und mit etwas Glück können wir uns die unnötige Spachtel- und Schleifarbeit sparen. Alternativen aus Metall, Resin oder Plastik gibt es noch nicht. Ich hoffe das die Friul oder Master Club das schnell ändern.

 

Das unteres Teil der Wanne, hintere Panzerplatte und beide Fenders teilen sich den Rahmen C. Hier sehen wir überall die feinen Details und ordentliche Nietenreihen. Die Fenders wurden sogar von unten mit Nieten versehen!

 

Die Turmteile und die vordere Panzerplatte finden wir auf dem Spritzling D. Beachten Sie wie kompliziert die Form von dem Turmdach ist. 

 

Spritzgussrahmen E ist größte in diesem Bausatz. Wir finden hier weiter Turmteile, Luken, Kanonenmasken, alle Maschinengewehre, Kauschen für Abschleppseile, Werkzeuge, Geschützrohre und noch weitere kleinere Teile. Der Detaillierungsgrad scheint auch hier zu überzeugen. Für mich ist aber fraglich warum ist der Lauf bei dem DT Maschinengewehr für den Luftabwehr besser gegossen als zwei andere DT? Der Großkalibrige DK Maschinengewehr (nicht mit DSchK verwechseln) kann wohl eine neue Mündung vertragen da müssen wir auf Kleinserienhersteller warten oder selbst Hand anlegen. Die Geschützrohre sind einteilig und mit offene Mündung ausgeführt. Leider ist der Lauf von 45 mm 20K Kanone falsch dargestellt. SO soll das aussehen. Abhilfe schafft hier ein Metallrohr von RB Model mit Artikelnummer 35B73. Beim betrachten von Original Fotos ist mir folgendes aufgefallen. Die obere vordere Panzerung mit MG und Fahrersichtluke war bei der SMK aus einem Stück gefertigt und gebogen. Der Takom hat das Teil zweiteilig gemacht. Und daraus ergibt sich folgendes BILD. Ob das jetzt nur Lichtspiel auf dem Foto ist oder ein Fehler vorliegt braucht weitere Recherchen.

 

Rahmen F mit Klarsichtteile für Winkelspiegel und Scheinwerfer.

 

Die gut gemachte Wanne mit vielen feinen Detail hat produktionsbedingt vier winzige Angüsse die problemlos entfernt werden können.

 

Geätztes Lüftungsgitter und Abschleppseil aus Kupfer tragen dem realistischem aussehen von SMK bei.

 

Der SMK Modellbausatz von Takom könnte mich nicht zu hundert Prozent überzeugen. Nichtsdestotrotz ist der SMK ein grundsolides Bausatz mit viel Potenzial. Die meisten kleinen Ungereimtheiten lassen sich in Eigenregie und mit Hausmitteln beheben. Man darf auch nicht vergessen dass die Entwicklung von einem Modell von dem nur ein paar Fotos und einige Zeichnungen in russischen Archiven existieren nicht so einfach ist. Dafür bekommen die Entwickler mein größtes Respekt! Und der Bausatz eine Empfehlung!

Vielen Dank an Der Sockelshop für die Bereitstellung des Besprechungsmusters!

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Review soviet heavy tank SMK Takom 2112 geschrieben von Alexander Miller